Grußwort von Pfarrer Holger Mett in der Advents- und Weihnachtszeit:

In diesem Jahr ist uns in der Advents- und Weihnachtszeit vielleicht auch eher zum Weinen zumute. Wir haben schon das Osterfest zu Hause verbringen müssen und nun droht uns womöglich auch eine Adventszeit ohne Weihnachtsmärkte, ohne gemütliche Einkaufsbummel, ohne Glühwein in geselliger Runde, ohne all das, was uns die Vorweihnachtszeit so fröhlich macht. Und vielleicht sitzen wir an Weihnachten auch nur im kleinen Kreis beisammen, können die Enkel oder Großeltern nicht besuchen und müssen auf vieles Feierliche verzichten. Auch wenn die gewohnten Advents- und Weihnachtsgottesdienste nicht mehr an erster Stelle der vertrauten Festtagsbräuche stehen, wird uns wohl doch etwas fehlen, wenn wir in der Kirche nicht gemeinsam singen dürfen und uns ein „Frohe Weihnachten!“ nur aus der Entfernung und mit Maske vor dem Gesicht zurufen. Ersticktes Maskengemurmel statt frohem Weihnachtsklang, ängstliche Distanz statt herzlicher Nähe, Desinfektionsgerüche statt Tannenduft, Verhaltensregeln statt befreiender Botschaft. Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke.
Aber dann denke ich auch: Das ist ein bisschen so wie das allererste Weihnachten: Der neugeborene Jesus und seine Eltern in einem freudlosen Stall. Weihnachten in einem windschiefen Schuppen. Müde, sorgenvolle Eltern mit einem neugeborenen Baby in der Fremde. Sie konnten ihr Glück über die Geburt ihres Sohnes nicht mit Verwandten und Freunden teilen. Da war niemand, der sie in den Arm nahm und ihnen gratulierte. Da standen nur plötzlich ein paar wilde Gesellen vor der Tür, die sich als Hirten vorstellten und erzählten, ihnen seien draußen auf dem Feld Engel erschienen. Die fremden Weisen, die dann auch noch den Stall betraten – wenn wir die Schilderung des Matthäusevangeliums für bare Münze nehmen wollen – jagten der kleinen Familie wohl  eher einen gelinden Schrecken ein. Was mag das alles bedeuten? – mögen sich Maria und Josef gefragt haben. Mehr Verstörung als Freudenglanz, mehr Fragen als frohe Botschaft.
 
Das Kind aber, das Gott ihnen geschenkt hatte, das war ein besonderes Kind. Dies ahnten sie wohl.

Und dass Gott sie nicht allein lässt mit ihrem Schicksal, darauf vertrauten sie bestimmt. Vor Monaten war ja auch Maria ein Engel erschienen und hatte ihr die Geburt Jesu angekündigt. Und was die Hirten und Weisen nun zu erzählen hatten, wenngleich sie sich noch nicht vollends einen Reim darauf machen konnten, zeugte doch auch von Gottes Nähe. So breitete sich in Maria und Josef die Gewissheit aus und füllte warm ihre Herzen: Gott wird uns trösten und leiten.
 
Das ist die Gewissheit, in der auch wir in diesem Jahr die Adventswochen erleben und schließlich Weihnachten feiern dürfen: Gott wird uns trösten und leiten. Schon der Prophet Jeremia hat es verkündet. Und Jesus Christus, dessen Geburt wir bald feiern, hat es leibhaftig offenbar gemacht. Daran ändert auch Corona nichts. Gott wird uns trösten und leiten. Denken wir an die vielen Menschen in der Welt, die nicht nur in diesem Jahr mit Einschränkungen leben müssen. Auch für sie ist Jesus Christus zur Welt gekommen. Ebenso wie für uns.
 
Ich wünsche Ihnen gerade in diesem Jahr eine frohe Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Ihr Pfarrer Holger Mett

 


 

Zur Corona-Situation

Seit März dieses Jahres leben wir mit dem Corona-Virus. Ob wir es wollen oder nicht. Es ist ein ungebetener Gast. Wir haben ihn nicht eingeladen und sind froh, wenn er so bald wie möglich wieder das Weite sucht, am besten ganz vom Erdball verschwindet. Aber falls das überhaupt jemals geschehen wird, wird es zumindest noch einige Zeit dauern. Nun müssen wir uns erneut auf seine verstärkte Präsenz einrichten und Maßnahmen ergreifen, die seine Verbreitung möglichst verhindern. Wir haben das schon einmal im Frühjahr erlebt. Damals war es neu und die meisten von uns haben mit Zuversicht und Entschlossenheit die Maßnahmen mitgetragen, die zum Schutz nötig wurden. Wir lernten neue Begriffe kennen: Lockdown, Shutdown, Inzidenz, Aerosole … Wir lernten auch neue Techniken kennen. Zum ersten Mal nahm ich an einer Videokonferenz teil, mittlerweile ist diese digitale Form der Kommunikation zur Gewohnheit geworden. Wir übten Praktiken, die wir sonst nur aus dem Krankenhaus kannten: Hände desinfizieren und Gesichtsmasken tragen. Am schwersten fiel uns wohl das Abstandhalten und am tiefsten traf uns die Einsamkeit, der unsere Eltern, Großeltern, die Kranken und Alten in den Hospitälern und Heimen ausgeliefert waren. Manche Menschen erfuhren zum ersten Mal in ihrem Leben eine reale Angst um ihre Existenz. Gastwirte, Hotelbesitzer, Künstler und alle, deren Beruf im Kontakt zu vielen Menschen besteht, waren auf einmal arbeitslos und hatten kein Einkommen mehr. Pflegerinnen und Ärzte hingegen waren in ihrer Arbeit plötzlich gefordert wie noch selten zuvor. Schülerinnen und Lehrer mussten sich in „Homeschooling“ üben.
 
Mit viel Disziplin und Engagement haben wir die Situation nicht schlecht gemeistert. Der Sommer brachte uns Entlastung. Wir alle wussten aber, dass das Virus sich nicht so schnell geschlagen geben und im Herbst erneut zum Angriff blasen würde. So ist es nun auch gekommen. Erneut erleben wir einen Shutdown. Dass es nur die Light-Version ist, tröstet uns kaum. Für unsere Kirchengemeinde bedeutet es erneut: Keine Veranstaltungen mehr im Gemeindehaus. Weiterhin Gottesdienste ohne Lieder, dafür mit Masken und Abstandhalten. Ob wir im Advent und an Weihnachten überhaupt noch Gottesdienste feiern dürfen, ist noch nicht sicher. Auf jeden Fall wird die Advents- und Weihnachtszeit ganz anders sein als sonst. Das haben wir ja bereits zu Ostern erlebt, aber in der Weihnachtszeit trifft es uns noch härter.
 
Bis auf Weiteres gilt für unsere Kirchengemeinde:

Das Pfarrbüro ist geöffnet, darf aber nur mit Gesichtsmaske und einzeln betreten werden.
 
Gruppenveranstaltungen im Gemeindehaus finden nicht statt.
 
Im Gottesdienst bitte Maske tragen, beim Ankommen und Verlassen der Kirche Hände    desinfizieren und 1,5 Meter Abstand halten.
 
Zu den Gottesdiensten an Heilig Abend ist eine Anmeldung im Pfarrbüro notwendig.
Tel.: 06241/80307 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir bitten herzlich um Verständnis für diese Maßnahmen und wünschen Ihnen – aller Einschränkung und Bedrohung zum Trotz – eine frohe Advents- und Weihnachtszeit!
 
Pfarrer Holger Mett  

 


 

Einladung zu den Andachten „Lebendigen Adventskalender“

Es werden Adventslieder gespielt, Geschichten und Gedichte zur Vorweihnachtszeit vorgelesen. Eine Bewirtung kann nicht durchgeführt werden, Speisen und Getränke werden nicht gereicht. Wir bitten die Hygienemaßnahmen zu beachten: Abstand halten, Hände desinfizieren und Schutzmasken tragen.

 

 

Di. 01.12.

17.30 Uhr

Andacht zu „Lebendiger Adventskalender“

Gestaltung: Ev. Kirchenchor (in Friedenskirche)

Fr. 04.12.

17.30 Uhr

Andacht zu „Lebendiger Adventskalender“

Gestaltung: Regentropfen (in Friedenskirche)

 

 

Mo. 07.12

17.30 Uhr

Andacht zu „Lebendiger Adventskalender“

Gestaltung: Liebenzeller Gemeinschaft

(Kirchstr. 60, im Freien)

 

 

Mo. 14.12.

17.30 Uhr

Andacht zu „Lebendiger Adventskalender“

Gestaltung: Liebenzeller Gemeinschaft

(Kirchstr. 60, im Freien)

Do. 17.12.

17.30 Uhr

Andacht zu „Lebendiger Adventskalender“

Gestaltung: Frauentreff (in Friedenskirche)

 

 

 



 

Nieder Ramstädter Diakonie - ab diesem Jahr keine Kleidersammlung

Jahrzehntelang gab es in unserer Kirchengemeinde die Kleidersammlung für die Nieder Ramstädter Diakonie, ein diakonisches Sozialunternehmen der Behinderten-, Jugend- und Altenhilfe in Mühltal. Die Hofheimer fanden jeden Herbst die Sammelsäcke in ihren Briefkästen.
Meist prall gefüllt mit aussortierten Kleidern, Bett- und Tischwäsche, Textilien aus Haushaltsauflösungen usw. wurden diese jeweils Ende Oktober von freiwilligen Helfern unserer Kirchengemeinde eingesammelt und einige Tage später von Mitarbeitern der NRD in Hofheim/Ried abgeholt.

Diese Aktion hat nun ein Ende. Die NRD teilte Mitte August mit, dass die zuständige Abteilung zum 31. August 2020 geschlossen wird.
Die Textilien wurden in der Vergangenheit bei den Nieder Ramstädter Heimen aussortiert, teilweise im Secondhand-Laden zu günstigen Preisen angeboten, restliche an einen Textilsortierbetrieb weiterverkauft und auch zu Putzlappen verarbeitet. Der Aufwand rechnet sich nicht mehr. Aus finanziellen Gründen wird dieser Bereich nicht mehr weitergeführt. Die Kleidersammlungen finden nicht mehr statt.

Dank an die Landwirte, die ihre Traktoren zur Verfügung stellten. Dank an die Fahrzeuglenker, die durch die Straßen und Gassen Hofheims fuhren. Dank an alle Helfer, die die Anhänger beluden.
Dank an alle Frauen, die das Helferfrühstück vorbereiteten. Und Dank an Familie Gerd Back, deren Scheune als Zwischenlager diente.